Moin und herzlich willkommen zum Podjournal. Ich bin Jörn Schaar,
Journalist und Podcaster aus Rieseby in Schleswig-Holstein und ich kehre hier
einmal im Monat die Nachrichten für die deutschsprachige Indie-Podcast-Szene zusammen.
Das hier ist Episode 44 vom 01.06.2026 und wie geil, dass du dir das anhörst. Danke.
Die Episode von vor vier Wochen war ja ein Experiment. Ich hatte sie parallel
auch als Video aufgenommen, um die Videoschnittfunktion von Auphonic zu testen.
Kommentare oder anderes direktes Feedback dazu gab es nicht.
Immerhin habe ich so mal Menschen dazu bekommen, meinen Peertube-Kanal zu besuchen.
Die Videos haben, niedrige, aber immerhin zweistellige Abrufzahlen und sind in
Sachen Reichweite damit deutlich erfolgreicher, als sie es bei YouTube jemals waren.
Ich war mit dem Ergebnis ein bisschen unzufrieden.
Ich hätte mir mehr Gedanken über eine Art Choreografie machen sollen,
damit die Jump Cuts besser zur Geltung kommen.
Also halt nicht einfach nur beim Sprechen mit den Armen fuchteln,
sondern dabei auch mal eine Sprechpause machen, die Pose verändern und dann weiterreden.
Dann wäre auch das ungeschnittene Video nochmal sehr viel lustiger geworden,
weil ich natürlich in diesen Pausen meine Pose hätte verändern müssen.
Unabhängig davon werde ich definitiv nicht noch mehr ins Videopodcasting einsteigen,
denn dann würde ich es richtig machen wollen und nicht mit so einer popeligen Webcam,
ich würde ordentliches Licht nutzen wollen und eine Art Set haben wollen und nicht
nur einen kurz vor der Aufnahme hektisch halb aufgeräumten Raum im Hintergrund.
Das war also ein ziemlich einmaliges Experiment, hat Spaß gemacht,
aber ich bleibe bei Audio, das kann ich besser.
Wenn übrigens jemand ins Videopodcasting einsteigen möchte,
nutzt Peertube dafür, denn mit dem aktuellen Update kam da Unterstützung für
HLS-Video dazu, damit streamt es sich mobil besser, weil lauter kleine Häppchen
runtergeladen werden, anstatt die komplette Videodatei. Oder so ähnlich.
Wie gesagt, in meinem Video-Experiment ging es um einen Test eines neuen Auphonic-Features.
Jetzt habe ich noch eine Meldung über das neue Auphonic-Design.
Seit der Erfindung von Auphonic hatten sich da immer nur Details geändert und
jetzt gab es im Mai ein komplettes Redesign.
Das sieht jetzt alles sehr viel aufgeräumter aus, sehr viel komprimierter.
Und einen kleinen Designfehler haben Sie selber schon bemerkt:
Man muss nämlich immer das Preset für eine Produktion auch aktiv anwenden.
Da haben sie ein paar Tage später nochmal nachgebessert in der Form,
dass man gegebenenfalls daran erinnert wird, wenn man diesen Schalter dafür nicht angeklickt hat.
Da frage ich mich natürlich: Wäre es nicht einfacher, ein ausgewähltes Preset
sofort und ohne Extraklick zu aktivieren?
Also wenn ihr dann nochmal nachbessern wollt, das wäre sowas.
Die Audioversum-Studie von ARD Sales & Services fand ich diesen Monat so halb
interessant. Da steht im Wesentlichen drin, dass die Deutschen im Durchschnitt
2 Stunden und 16 Minuten pro Tag Radio hören.
Das entspricht 63% der gesamten Audionutzung aller Deutschen über 14.
Podcasts kommen so durchschnittlich auf 12 Minuten bzw.
6% am Tag. Und wenn man jetzt nur auf die Zielgruppe 14 bis 29 guckt,
dann kommen die immerhin auf 23% Audionutzung pro Tag für Podcasts im Durchschnitt.
Und übrigens ARD Sales & Services ist der Werbevermarkter der ARD-Popwellen
und des Fernsehprogramms und das sind die Leute, die dafür gesorgt haben,
dass in ganz Deutschland Seitenbacher Werbung läuft.
Egal. Ich habe mich diesen Monat ein wenig geärgert über den Deutschen Podcast Award.
Ich habe ja selber nichts eingereicht, sondern mich dort nur für den Newsletter eingetragen.
Da kamen mindestens 150.000 Mails.
Ob ich jetzt nicht doch langsam mal was einreichen wollte, jetzt wäre es aber
wirklich langsam Zeit, also bis sie nun aber echt ganz schnell noch,
der Countdown läuft jedenfalls schon, dann nochmal was von wegen,
die Nominierten stehen fest und dann kam der große Tag, 13.
Mai, Preisverleihung in Berlin, großer Sendesaal RBB und dann Grillenzirpen.
Es gab keine Mail mit den Gewinnern, keine Fotos von der Veranstaltung, kein gar nichts.
Wenigstens war Denise vom Beifahrersitz Newsletter vor Ort in ihrer Funktion
als Jurymitglied und ihr Newsletter ist gefühlt das einzige Medium in Deutschland,
inklusive den Veranstaltern selbst.
Also nicht nur der Firma, die das Ganze organisiert hat und die Kommunikation
betreut hat, sondern auch aller Partner, die diese Veranstaltung hatte,
die eine vollständige Liste der Gewinner hat.
Ich bin mit meinem Ärger übrigens nicht alleine. Im Sendegate gibt es einen
Thread von lauter Leuten, die sich über den Umgang mit all jenen geärgert haben,
die tatsächlich bei einem Award mitgemacht haben und gerne gewonnen hätten.
Gucken wir mal, ob die nächste Vernetzungsveranstaltung ans Fliegen kommt. Der 4.
Juli soll eine Art Ehrentag für Independent-Podcastende werden.
Dazu gibt es eine Website, auf der man seinen Namen und eine E-Mail-Adresse
eintragen kann, um dann in einer, "wir finden Indie-Podcasting-geil"-Seite zu landen.
Wir warten ab, was das bringt und wo der Unterschied zum International Podcast
Day ist, der übrigens an meinem Geburtstag gefeiert wird, aber das ist nur Zufall.
Spotify hat eine ganze Menge neuer Features angekündigt und natürlich mal wieder
nicht in Deutschland. Finde ich ehrlich gesagt auch ganz schön gut, denn die sind alle doof.
Premium-Nutzende in den USA, Schweden und Irland können dann demnächst mit einem
KI-Chatbot über einen Podcast sprechen. Nämlich den, den man gerade hört.
Es gibt demnächst ein Dynamic Creator Sponsorship Tool, mit dem man eben Sponsorenhinweise
nach Zeitplan ausspielen kann.
Es wird bald eigene Premium-Abos geben, also Konkurrenz für Steady,
Patreon und Co. und in den USA gibt es dann jetzt bald personalisierte KI-Podcasts.
Die soll man sich nur für die eigene Nutzung zusammenbauen können und so zum
Beispiel Wirtschaftsthemen in 5-Minuten-Häppchen jeden Tag serviert bekommen.
Nutzende von YouTube Premium bekommen dann bald eine Unterwegsfunktion,
mit der die App im Prinzip zu einer Art Podcast-App wird, wenn man nicht auf den Bildschirm guckt.
Die So Many Voices-Konferenz findet im November in München statt und vom 1.
Bis zum 20. Juni, also sehr kurz nachdem diese Episode erscheint.
Wer also was zu der Konferenz beisteuern möchte, hat dann jetzt fast drei Wochen
Zeit, diese Idee dazu zu formulieren.
Das war es dann auch für diesen Monat. Alle Links zu den besprochenen Themen
stehen auf podjournal.de unter dieser Episode und da steht dann auch,
wie ihr mich kontaktieren könnt, wenn ihr Feedback habt, Kritik oder auch Themenvorschläge.