Moin und herzlich willkommen zum Podjournal. Ich bin Jörn Schaar,
Journalist und Podcaster aus Rieseby in Schleswig-Holstein und ich kehre hier
einmal im Monat die Nachrichten für die deutschsprachige Indie-Podcast-Szene zusammen.
Ich nutze ja wahnsinnig gern den Webdienst Auphonic für meine Produktionen.
Der filtert Störgeräusche raus, gleicht Lautstärken an und entfernt auch auf
Wunsch, Pausen oder Fülllaute wie zum Beispiel Ähm, Ö oder was auch immer.
Und darüber habe ich hier auch schon oft genug gesprochen, was jetzt neu ist seit diesem Monat:
Auphonic bietet diesen Dienst jetzt auch für Videodateien an. Deswegen nehme ich
diese Episode parallel auch als Video auf und werde bewusst irgendwas einbauen,
wie zum Beispiel so eine komische Bewegung oder mal eine Pause,
um zu gucken, wie heftig die Jump Cuts sind, die dadurch entstehen.
Auf meinem Peertube-Kanal veröffentliche ich sowohl die ungeschnittene Fassung
als auch die, die durch Auphonic gegangen ist,
wobei beide Fassungen für sich so ein bisschen behind the scenes sind,
weil ich einfach keine Zeit habe, die Video-Version dieser Episode so zu schneiden,
wie ich es eben beim Audio mache.
Wenn ihr also mal hören wollt, wie oft ich mich in einer Podjournal-Episode
versabbel: auf zu Peertube! Der Link ist in den Shownotes.
Und vielen Dank auch an Tobias für die Inspiration für diesen Test.
Stichwort Videoschnitt. Der deutsche Hosting-Dienst Podigee ist einer von weltweit
gerade mal einer Handvoll Hosting-Diensten, der Videopodcasts im HLS-Format
zu Apple Podcast hochladen kann.
Und da sind dann jetzt auch YouTube und Spotify mit integriert.
Man muss also sein Material nur einmal bei Podigee hochladen und dann wird der
Videocontent automatisch zu allen drei Services verteilt.
Klar, das muss man vorher noch einmal einrichten, damit das funktioniert.
Noch wird der ganze Spaß schrittweise ausgerollt. Das soll heißen,
das steht noch nicht sofort allen Nutzenden zur Verfügung und man muss,
so steht es in der Ankündigungs-Mail, "ein aktuelles Hosting-Paket" dafür haben.
Die Preise haben dann unterschiedliche Begrenzungen, wie viele Videos bzw.
wie viele Minuten Video man insgesamt pro Monat hochladen darf.
Es klingt für mich aber in dieser Mail, als könnten Bestandskunden das nicht nutzen?
Ich kann es mir fast nicht vorstellen, aber es ist nirgends wirklich eindeutig formuliert.
Und jetzt, wo wir bei Video sind, kommen wir auch zu Apple Podcasts.
Wusstet ihr, dass man den Player von Apple Podcasts in eine Website einbinden
kann und sowohl für Audio als auch den für Video?
Ich persönlich bin ja jetzt nun kein besonderer Apple Fan. Ich stehe mit dem,
was früher iTunes war, noch immer hart auf Kriegsfuß.
Aber die Marketing Tools sind ehrlicherweise schon ganz nice.
Die können auch noch viel mehr machen, als nur einen Player generieren.
Ich verlinke mal auf podjournal.de, wie das für Jörn Schaars feinen Podcast aussieht, mein Tagebuchprojekt.
Die Wettbewerbszentrale ist gegen Schleichwerbung in Podcasts vorgegangen.
Konkret ging es um eine Episode eines nicht näher benannten Podcasts,
in dem die redaktionellen Inhalte ohne weitere Kennzeichnung in einen Werbeblock
mit sogenannten Host Read-Ads überging.
Der Sprecher las die Werbung also selbst.
Inhaltlich ging es um Tricks und Manipulationen des Gehirns im Marketing und
dann folgte ein Abschnitt, der sich scheinbar auch mit der Leistung des Gehirns
beschäftigte, aber eben ungekennzeichnete Werbung war.
Das ist ein Problem und er wurde darauf angesprochen und hat versprochen,
das nicht mehr zu machen.
Ich verlinke mal den Artikel der Wettbewerbszentrale und einen schon etwas älteren
Blogpost von mir, in dem ich erkläre, warum man den redaktionellen Inhalt einer
Folge vom werblichen Teil trennen muss und wie teuer das werden kann, wenn man es nicht macht.
Steht alles verlinkt ganz übersichtlich auf podjournal.de.
Es wäre jetzt nicht komplett unschlau, wenn es noch jemanden gäbe,
der sich auch um schamlose Kopien kümmern würde.
Eine Firma aus Upstate New York hat sich offenbar darauf spezialisiert,
Titel und Design von 75 Podcasts zu kopieren, darunter auch "History of the Germans"
von Dirk Hoffmann-Becking,
der in Sachen Reichweite richtig gut dasteht mit fast 123.000 Downloads im März.
Da geht es offenbar gar nicht darum, auch noch das Audio zu kopieren und das
zum Beispiel zu monetarisieren oder sowas. Und das macht das scheinbar legal?
Also jedenfalls vergleicht James von Podnews das mit dem, die Älteren sind froh,
wenn sie sich erinnern können,
McDowell's Restaurant aus "Der Prinz aus Zamunda", das in Aussehen und Produkten
so überhaupt nichts mit McDonald's zu tun hat.
Natürlich gibt es da so ein paar Urheberrechtsfragen, aber ob die in den USA
genauso gesehen werden wie in Europa, ist natürlich fraglich.
Ich verlinke jetzt mal diese PodNews Episode, wo er das erklärt und ein bisschen
was über "History of the Germans", alles in den Shownotes zu dieser Episode.
WordPress-Nutzende kennen das: Manchmal fängt man sich ein Plugin ein mit Malware.
Eine, wie ich finde, besonders hinterlistige Masche führte jetzt dazu,
dass gleich 30 Plugins auf einmal übernommen worden sind. Und jemand hat diese
Plugins gezielt aufgekauft.
Das ist jetzt erstmal noch nicht hinterlistig, wollen wir ehrlich sein.
Aber er hat dann relativ zügig eine Hintertür eingebaut in diese Plugins und
diese dann acht Monate später aktiviert.
Das heißt, die betroffenen Installationen haben unter Umständen kein Backup,
was so weit zurückreicht.
Ich hebe nicht so lange Backups auf, ehrlich gesagt.
Mit Castopost gibt es ein Tool, in dem man Podcast-Episoden zum Beispiel mit
dem Handy aufnehmen und dann direkt in Castopod hochladen kann.
Der Autor hat jetzt auch eine Linux-basierte Desktop-App entwickelt und auch
eine Web-Version zum selber hosten gebaut. Die finde ich total spannend:
Man kann einfach in dieser Web-Anwendung aufnehmen, normalisieren,
Metadaten eintragen und dann alles per REST API an Castopod übertragen.
Das Tool kann noch viel mehr, aber das waren so die Highlights.
Die Alternate Playlist in Podcast Addict ist mit der neuesten Version 2026.4 smarter geworden.
Das Ziel ist, dass Episoden eines Podcasts gleichmäßiger in der Playlist verteilt werden.
Das heißt also, wenn ich fünf Episoden von einem Podcast heruntergeladen habe,
möchte ich vielleicht nicht unbedingt, sagen wir mal, zwei oder drei direkt
hintereinander hören oder zu nah beieinander.
Und diese smarte Playlist-Funktion verteilt die dann also gleichmäßig zwischen
den anderen Episoden von anderen Podcasts, die ich mir schon runtergeladen habe.
Trotzdem soll dabei aber auch die eigene Sortierung per Hand berücksichtigt werden.
Dazu gab es vor einigen Tagen nochmal ein Update. Die Entwickler hatten scheinbar
nicht erwartet, dass es Nutzende geben könnte, die diese Funktion entweder gar
nicht nutzen wollen oder sie zumindest ein bisschen feinjustieren möchten.
Das geht jetzt unter Settings, Playlist, Podcast Alternation Behaviour.
Da kann man einstellen, wie eine gerade abgespielte Episode die Sortierung der
restlichen Playlist beeinflusst. Ich nutze die App selbst nur sehr wenig,
aber ich bin interessiert an euren Erfahrungen damit.
Schreibt mir die einfach in die Kommentare zu dieser Episode auf podjournal.de.
Außerdem wurde in Podcast Addict das Playback verbessert und die Downloads sollen
unter Android jetzt smarter werden.
Automatische Downloads werden ausgeschaltet, wenn der Speicherplatz knapp wird.
Man muss das in den Einstellungen aktivieren und das soll irgendwann auch unter iOS gehen.
Ihr habt vor ungefähr einem Monat, ziemlich genau einem Monat,
die Episode erscheint immer am ersten eines Monats, deswegen bin ich relativ
sicher, dass es ungefähr einen Monat war, über die Transkription in Overcast gesprochen.
Die werden offenbar nicht ausschließlich auf dem Gerät generiert,
aber eben auch nicht in der Cloud.
Entwickler Marco Arment hat dafür nämlich ein Rack gebaut aus 48 Mac Minis.
Dazu gibt es einen netten Artikel, den ich euch verlinke und keine Ahnung,
ob es da einen Zusammenhang gibt.
Es gibt jetzt auch eine Preiserhöhung. Die Premium-Version kostet jetzt 30 statt 15 Dollar im Jahr.
Bestehende Abos werden erstmal beim alten Preis bleiben, aber wohl nicht mehr
lange, wenn ich den Reddit-Post richtig verstanden habe.
Und apropos Geld: falls sich jemand ein größeres Podcast-Studio bauen möchte.
Focusrite hat gerade das ISA-C8X angekündigt. ein Audio-Interface,
das zwei Höheneinheiten in einem Standard-Rack belegt und mit 26 Eingängen und
28 Ausgängen daherkommt.
Das bietet also einige Ausbaureserve.
Und mit 2200 Euro ist das auch ein echter Schnapper.
Die Jury beim Deutschen Podcast Award hat die Nominierten in den verschiedenen
Kategorien bekannt gegeben und inzwischen
ist auch das Voting in den drei Publikumskategorien geschlossen.
Aus dem Indie-Bereich sind unter anderem der Einschlafen-Podcast,
das Podcast-UFO und der Bohnige Wachmacher nominiert.
Die stehen aber nicht alle in der Indie-Kategorie, sondern die muss man sich
alle so ein bisschen zusammensuchen.
Die Zuordnung der Kategorien erschließt sich mir dabei auch nicht immer.
Ich habe mich zum Beispiel gefragt, warum ausgerechnet in der Kategorie "Brand
und Branded" ein Publikumsvoting mit in die Jury eingeflossen ist.
In dieser Kategorie wird die Gewinnerproduktion schon am 6. Mai beim OMR-Festival
in Hamburg prämiert. 13.
Mai ist dann die Verleihung für die restlichen 23 Kategorien in Berlin.
Rein dürfen dabei nur die nominierten und 750 geladene Gäste.
Ich wünsche viel Vergnügen und will dabei nicht weiter stören.
Eben kurz vor der Aufnahme kam noch eine Mail von Apple rein. Am 16.
Mai ab 6 Uhr Pacific Daylight Time, also ab 15 Uhr deutscher Zeit,
gibt es Wartungsarbeiten bei Apple Podcast Connect.
Zwei Stunden lang wird der Dienst dabei nicht erreichbar sein und es gibt auch
keinen Zugriff auf Analytics.
Und nach dem Podstock ist vor dem Podstock. Der Termin für 2029 steht schon.
Am 24.08.2029 beginnt das Podstock am Dümmer See. Die Termine für 2027 und 2028
findet ihr schon auf podstock.de.
Aber halt die 29er Termine haben diese Schlaumeier da noch nicht eingetragen.
Da verlinke ich euch einfach beide Seiten.
Und das war es dann auch für diesen Monat. Feedback, Kritik,
Themenvorschläge und alles andere erreichen mich am zuverlässigsten per Mail
an redaktion@podjournal.de oder ihr könnt mich oder das Podjournal selbst auch
im Fediverse anschreiben.
Wie das geht, steht alles unter dieser Episode.