Moin und herzlich willkommen zum Podjournal. Ich bin Jörn Schaar und ich kehre
hier einmal im Monat die Nachrichten für die deutschsprachige Indie-Podcast-Szene zusammen.
Das hier ist Episode 41 und sie erscheint am 1. März 2026.
Eine wichtige Nachricht in eigener Sache zum Start. Das Podjournal gibt es ab
sofort nicht mehr auf YouTube.
Das ist ein Schritt hin zu #UnplugTrump und zu mehr Open Source in meinem
Privatleben. Hat auch nicht besonders wehgetan, denn ich hatte damit ja ohnehin
nur den RSS-Import von YouTube ausprobieren wollen.
Der funktioniert eher so mittel und reicht nicht so wirklich an meine Ansprüche
heran. Und es scheint ehrlich gesagt auch fast niemanden so wirklich zu interessieren.
Die 41 Pottjournal-Episoden auf Jörn Schaas vor einem YouTube-Kanal haben insgesamt sieben Aufrufe.
Videos der Episoden veröffentliche ich jetzt parallel auf Peertube.
Dort bin ich auf der NorthTube-Instanz.
So komplett warm geworden bin ich damit noch nicht, was die Bedienung angeht.
Das ist ein bisschen mehr Handarbeit, als ich gerne hätte, aber es ist definitiv ein neues Kapitel.
Den Link zum Peertube-Kanal gibt es in den Shownotes. Und ja,
mir ist bewusst, dass das Podjournal mit Castopod unter der Haube sowieso schon im Fediverse ist.
Der Grund ist ganz einfach, ich möchte verstehen, wie das funktioniert,
bevor ich mit meinen anderen Produktionen auch von YouTube weggehe.
Denn das sind mehr und größere Dateien, da möchte ich vorher wissen,
worauf ich mich einlasse.
Und dann gibt es noch ein paar Sachen, die eigentlich noch für die Folge vom
vergangenen Monat wichtig gewesen wären, die ich aber erst nach der Produktion gesehen habe.
Es gibt nämlich jetzt ein Installationsskript für Castopod.
Damit kann man das Podcast-CMS mit nur einem Befehl über die Kommandozeile installieren.
Vorher waren das zwölf Schritte, die man dabei machen musste.
Das ist alles sehr gut erklärt, auch wenn das für mich persönlich alles ein
bisschen nach Voodoo klingt.
Auch die benötigten System- und Rechtevoraussetzungen und obligatorische Sicherheitshinweise
stehen mit in dem Blogpost. Den Link gibt es in den Shownotes.
Und weil ich gerade dabei bin, dass es thematisch so gut passt,
seit Mitte des Monats ist Castopod 1.15 draußen.
Da gibt es einige Breaking Changes für Installationen über Docker.
Da also besser nochmal sehr genau in die Release Notes gucken.
Den Link gibt es ebenfalls in den Shownotes.
Wir bleiben bei den Sachen, die noch in Episode 40 gemusst hätten,
wenn ich das rechtzeitig gesehen hätte.
Benjamin Bellamy, einer der Köpfe
hinter Castopod, hat bei der Fosdem in Brüssel PodLibre angekündigt.
Eine Multi-Plattform-Audio-Workstation, die nicht nur Schnitt im Multitrack
ermöglichen soll, sondern auch automatische Transkripte, Kapitelmarken und den
direkten Upload zum Beispiel zu Castopod ermöglichen soll.
Das ist alles noch im Alpha-Stadium, klingt aber total spannend.
Ich verlinke mal die Landingpage und seinen FOSDEM-Vortrag auf podjournal.de.
Und die dritte Meldung, die mit vierwöchiger Verspätung kommt,
der Explikator ist wieder da.
Darüber hatte ich mich schon beim Mastodon sehr gefreut und bekam verwirrte
Nachfragen, was das denn bitte sein soll.
Der Explikator war mal ein werktäglich erscheinender Podcast,
der die unterschiedlichsten abseitigen Themen beleuchtet hat und gegen Ende
gab es auch ein wöchentliches Hörspiel.
Also es gab dann so Thementage für jeden einzelnen Tag, wenn ich mich richtig erinnere.
Oliver hat es damit auf fast 700 Episoden gebracht, bevor er das Projekt eingestellt
hat zugunsten von was anderem.
Und seit dem 1. Februar gibt es jetzt wieder tägliche Episoden.
Die neuesten 10 sind jeweils frei verfügbar.
Ältere Folgen, Transkripte und die Kommentarfunktion für alle Folgen gibt es
hinter der Paywall bei Steady.
So, und jetzt sind wir tatsächlich bei Februar.
Das nächste große Ding im Februar war nämlich Apples Ankündigung,
demnächst auch Videopodcasts auszuspielen.
Dabei haben diese Teufelskerle aus Cupertino doch gerade erst die Kapitelmarke
so richtig für sich entdeckt, also die legen ein Tempo vor, Junge, Junge.
Also, worum geht es? Es gab zwar schon mal Videos bei Apple Podcasts,
aber halt als eigenständigen Feed und mit recht großen MP4-Dateien.
Voraussichtlich ab Ende März mit dem Release von iOS 26.4 können ausgewählte
Hosting-Plattformen, konkret Acast, Art19, Simplecast und Omni Studio,
auch Video im HLS-Stream zuliefern.
Aus Deutschland hat Podigee schon angekündigt, dass sie mit Apple an einer Umsetzung
arbeiten. So, und was heißt das nun?
In der Apple Podcast App kann man dann, wenn das erstmal läuft,
nahtlos zwischen Audio- und Videoversion einer Episode umschalten.
Und dann habe ich ja gesagt, Sie benutzen den HLS-Stream.
Das ist eigentlich mehr eine Playlist von vielen kurzen Dateien,
die nach der Reihe runtergeladen werden.
Das soll Bandbreite und Speicherplatz auf dem Gerät sparen.
Der größte Vorteil ist aus meiner Sicht aber, dass die Daten beim Hoster bleiben
und die Statistik damit keinen Bruch hat, egal für welche Darreichungsform sich
das Publikum entscheidet.
James von PodNews hat sich das sehr genau angesehen und einen langen analytischen
Artikel veröffentlicht, den ich sehr gern in den Shownotes dieser Episode verlinke.
Darin gibt es auch ein Video von jemandem, der eine früher Beta-Version schon ausprobiert.
In diesem Zusammenhang ist super wichtig zu erwähnen, nur weil das geht,
heißt das nicht, dass wir alle jetzt Video anbieten müssen.
Video-Podcasts zu pushen ist
weiterhin eine strategische Entscheidung von Spotify, YouTube und Apple.
Jana von soundbett.de fasste diesen Monat den US-Podcast-Report von Triton Digital
zusammen, laut dem gerade einmal
7% der Menschen in den USA Podcasts ausschließlich mit Bild konsumieren.
Ehrlicherweise finde ich die Behauptung in der Studie, dass nur 13% ausschließlich
hören, dann wieder ein bisschen abenteuerlich.
In der Podcast-Landscape-Studie von vergangenem Jahr heißt es übrigens,
dass nur 4,5% ausschließlich Videopodcasts wollen und 80% ausschließlich Audio.
Das passt eher zu meiner Gefühlswelt.
Das sind natürlich alles Zahlen für den US-amerikanischen Markt und nicht so
recht mit dem DACH-Raum vergleichbar, aber hierzulande habe ich eben noch keine
aktuelle Studie dazu gefunden. Denn deutsche Studien fokussieren sich immer
noch stark auf das Hörverhalten des Publikums.
Ganz konkret, gerade Seven.One.Audio hat für 2025 ausgewertet, dass Nachrichten-Podcasts
das meistgehörte Genre im deutschsprachigen Raum waren.
Die Abrufzahlen haben sich demnach in vier Jahren fast vervierfacht von 11 auf
40 Millionen Downloads pro Monat.
Bisschen peinliche Geschichte übrigens für Podcast Addict: Man kann nämlich
in der App aktivieren, dass sie für einzelne Kapitelmarken automatisch Titelbilder
raussuchen und anzeigen soll, die vermeintlich zum Inhalt passen.
Dieses Feature gibt es seit ungefähr vier Jahren und jetzt kürzlich hat das
wohl in mindestens einem Fall dazu geführt, dass ein FSK 18-Bild angezeigt wurde,
weil in diesem Podcast über einen Prozess gegen die Plattform Pornhub gesprochen wurde.
Das Ganze dummerweise über Android Auto im Display der Mittelkonsole mit anderen Leuten im Auto.
Schwierig. Man kann jetzt ganz grundsätzlich darüber streiten,
ob Podcastende nicht die volle Kontrolle über das haben sollten,
was im Umfeld ihres Podcasts angezeigt wird.
Dann kriegt man aber relativ schnell Streit mit einer Menge von Podcastportalen,
die zum Beispiel Google Ads einblenden.
Jedenfalls gab es am 20. Februar ein Update. Wenn man weiterhin dieses Feature
benutzt, dann ist jetzt SafeSearch aktiviert.
Das Activity-Pub-Plugin von WordPress kann jetzt auch mit Podcast-Episoden umgehen,
die mit dem Podlove-Publisher veröffentlicht wurden.
Das Activity-Pub-Plugin bringt WordPress im Prinzip mit dem Fediverse zusammen.
Ursprünglich wurden dort lediglich Blogartikel verfügbar gemacht,
Kommentare im Fediverse erschienen als Kommentare im Blog.
Das ging von Anfang an auch irgendwie mit Podcast-Episoden, funktionierte aber
eher so mittelprächtig. Jetzt läuft es deutlich runder, weil auch ein Podcast-Player
mit in der Fediverse-Timeline auftaucht und der ganze Spaß besser konfigurierbar ist.
Ich verlinke mal eine Beispiel-Episode, wo das besonders gut klappt, auf podjournal.de.
Mit FFAB ist eine grafische Oberfläche für FFMPEG erschienen.
Das ist ein Tool, das vermutlich nur wenige kennen und noch weniger wirklich verstehen.
Normalerweise bearbeitet man damit Mediendateien über die Kommandozeile und
kann zum Beispiel Videodateien in andere Formate umrechnen lassen, Bitraten anpassen,
man kann Schnipsel erstellen von einzelnen Videodateien oder Audios natürlich
auch, man kann damit aber auch die Kompression verändern, man kann Equalizer anwenden,
man kann Lautstärke und sowas alles einstellen, wenn man denn weiß, wie das geht.
Mit FFAB geht es zumindest unter macOS und Linux jetzt eben auch in einer Klickibunti-Version
für Menschen wie mich. Fantastisch.
Wer die Wireless-Go-Mikrofone von Rode benutzt und ein iPhone hat,
kann die Dinger jetzt direkt mit dem Telefon über Bluetooth verbinden.
Ein neues Firmware-Update macht es möglich.
Kleine Neuigkeit noch von Pocket Cast. Damit kann man jetzt automatisch Intro
und Outro überspringen lassen und der Sleep-Timer endet auf Wunsch auch mit der aktuellen Episode.
Im Sendegate hat jemand ein visuelles Tool für die Ablaufplanung von Podcast-Episoden vorgestellt.
Damit kann man entweder vordefinierte oder selbst erstellte Abschnitte blockweise
in eine Art Sendeplan ziehen und hat dann einen exportierbaren Ablauf.
Das ist offenbar ursprünglich für Workshop-Planung gedacht, wird hier aber sehr
nett umfunktioniert und könnte für einige Teams vermutlich Google Docs und Co. ersetzen.
Podigee hat jetzt den Content Hub gestartet. Zahlende KundInnen können so aus
ihrem Podcast binnen Sekunden Inhalte für andere Plattformen exportieren,
heißt es in der Werbemail dazu.
Also ein inspirierendes LinkedIn-Posting mit den drei wichtigsten Learnings
und hoffentlich einem Dutzend Emojis.
Man kann Videorenderings für Insta, YouTube und Tiki-Toki exportieren und SEO-Blogposts
selbstverständlich auch.
Auphonic hat ja schon eine ganze Weile die Option, dass man nach einer abgeschlossenen
Produktion nochmal Einstellungen am Ergebnis vornehmen kann.
So sollen bestimmte Bereiche anders behandelt werden können,
zum Beispiel mit einem anderen Denoising-Algorithmus.
Dazu gab es jetzt ein Update, mit dem das noch präziser und zusätzlich auch
API-gesteuert gehen soll.
Ich hatte hier irgendwann schon mal über Campfire FM gesprochen,
eine Podcast-Plattform mit eingebautem Player, bei der man unter anderem direkt
in der Timeline einer Episode kommentieren kann.
Also so ähnlich wie Soundcloud das schon vor knapp 15 Jahren im Angebot hatte.
Wenn man da mitspielen will und publizieren möchte, muss man sich erstmal auf
eine Warteliste setzen lassen, weil das natürlich ein super exklusiver Club ist.
Und unter anderem mit dem Angebot von Campfire FM ist der Machtwechsel-Podcast
von Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander. Das allein wäre keine News.
Aber in deren Podcast ist jetzt erstmal die Option eines Premium-Abos aufgetaucht.
Das ist der allererste Podcast, der auf Campfire.fm monetarisiert wird.
Und dieses Premium-Abo ist eigentlich
nur dazu da, um den Podcast zu unterstützen. Da gibt es nichts extra.
Sebastian von Campfire.fm schreibt mir aber, dass in Zukunft noch mehr Monetarisierungsoptionen
geplant sind, wie etwa werbefreie oder exklusive Episoden für Supporter.
Vorige Episode hatte ich es schon angekündigt, es gibt Details zum Deutschen Podcast Award.
Es wird Preise in 24 Kategorien geben, darunter auch Laber-Podcast-Indie-Edition
für Podcasts ohne feste Themensetzung und ganz grundsätzlich Independent-Podcast.
Darüber hinaus gibt es überwiegend Kategorien, in denen wohl eher Produktionsfirmen was reißen können.
Wer in der Jury sitzt, ist auch gleich mit veröffentlicht. ab Dienstag, 3.
März, können Medienhäuser, Produktionsfirmen, Agenturen oder eben auch Hobby-Podcastende
ihre Produktionen einreichen.
Und ja, man muss das aktiv selber machen, denn so funktionieren die allermeisten
Medienpreise in Deutschland.
Deadline für die Einreichung ist der 23. März. Die Preisverleihung ist dann
am 13. Mai im Sendesaal des rbb in Berlin.
Ricarda Eichler war bei NAPS Neues aus der Podcast-Szene zu Gast und hat dort
über das Podcast-Festival "Leipzig Lauscht" gesprochen.
Das findet am 30. und 31.
Mai in - Na, wer weiß es? - Leipzig statt.
Vorher, nämlich im April, ist noch Podstock am Dümmer See.
Dort läuft bis 28. März der Call for Podcasts. Das Podcamp Düsseldorf findet am 19.
und 20.06. in der dortigen Stadtbibliothek statt und die nächste So Many Voices ist für den 20.
und 21. November geplant.
Vom 14. bis 20. März findet der vierte Podcastathon statt.
Weltweit publizieren Podcastende in dieser Woche Episoden über und mit gemeinnützigen Organisationen.
Das kann von der internationalen NGO bis zum Dorfverschönerungsverein reichen.
Voriges Jahr waren 1500 Podcastende aus 40 Ländern mit dabei.
Die Idee ist, Bewusstsein für gemeinnützige Zwecke zu schaffen.
Auf der Kampagnen-Seite gibt es weitere Infos zur Registrierung und zum Ablauf
und sogar Vorschläge für Organisationen.
Man kann aber auch einfach seine eigene Idee umsetzen.
Und damit sind wir für diesen Monat fertig. Feedback, Kritik und Themenvorschläge
erreichen mich am zuverlässigsten per Mail an redaktion@podjournal.de.
Ihr könnt mich oder das Podjournal aber auch über das Fediverse anschreiben.
Alle Infos dazu stehen in den Shownotes auf podjournal.de.