40: Der Deutsche Podcastpreis ist tot, lang lebe der Deutsche Podcast Award
S01:E40

40: Der Deutsche Podcastpreis ist tot, lang lebe der Deutsche Podcast Award

Episode description

Ich beginne mit dem neuen Partnerprogramm von Spotify, das Podcastern die Monetarisierung ihrer Inhalte ermöglicht, wobei spezifische Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Außerdem erkläre ich, wie Spotify die Auffindbarkeit von Podcasts verbessern will und diskutiere ein umstrittenes Tool, das Werbung aus Podcasts entfernt. Zudem stelle ich die App Earsave vor, die das besser handhabt. Ich erläutere die Einführung eines neuen Podcast-Moduls für Hugo und schließlich kündige ich die Wiederbelebung des Deutschen Podcast-Awards an.

Weiterführende Links:

Neben dem “Technologia“-Meme habe ich “Clean and Pompous Fanfare Trumpet“ und Dial-up_sound.mp3.flac von freesound benutzt.

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Jörn: Moin und herzlich willkommen zum Podjournal. Ich bin Jörn Schaar,

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Jörn: Journalist und Podcaster aus Rieseby in Schleswig-Holstein

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Jörn: und ich kehre hier einmal im Monat die Nachrichten für die deutschsprachige

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Jörn: Indie-Podcast-Szene zusammen. Los geht's!

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Jörn: Fangen wir direkt mal mit einem relativ großen Spotify-Nachrichten-Blog an.

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Jörn: Der Laden öffnet sein Partnerprogramm für mehr Monetarisierungswillige.

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Jörn: Wenn man mit Spotify Geld verdienen will, muss man mindestens drei Episoden

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Jörn: veröffentlicht haben. Die brauchen dann aber in den letzten 30 Tagen mindestens

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Jörn: 1000 HörerInnen, die mindestens 2000 Stunden gehört haben müssen.

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Jörn: Die Gesamtdauer der Episoden muss also bei mindestens (Rechengeräusch) 2 Stunden liegen,

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Jörn: wenn ich mich jetzt nicht komplett verrechnet habe.

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Jörn: Außerdem will der Konzern die Discovery verbessern.

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Jörn: Podcasts sollen also leichter auffindbar sein. Im hauseigenen Newsletter heißt

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Jörn: es, dass NutzerInnen oft nach Podcasts suchen, wenn sie im Alltag Zeit übrig

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Jörn: haben, die sie irgendwie sinnvoll füllen wollen.

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Jörn: Deswegen soll es auf der Plattform jetzt kurze Ausschnitte von Episoden geben

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Jörn: oder thematische Empfehlungen auf der Startseite.

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Jörn: So soll man in neue Episoden reinschnuppern können, ohne sich gleich auf eine

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Jörn: ganze Folge festlegen zu müssen.

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Jörn: Es hat ja niemand mehr Zeit für irgendwas im Zeitalter von TikTok,

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Jörn: Reels und YouTube Shorts.

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Jörn: Und die NutzerInnen sollen animiert werden, mehr zu teilen. Denn auch hier geht

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Jörn: es um spezifische Elemente, kurze Ausschnitte statt ganzer Episoden.

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Jörn: Wie genau das funktionieren soll, steht da allerdings nicht.

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Jörn: Ich kann nur vermuten, dass es eine Mischung aus Transkripten und Kapitelmarken

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Jörn: wird und vermutlich ein bekanntes LLM dabei die Nutzenden unterstützen soll. (Technologia!)

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Jörn: James von podnews.net hat sich ein Tool angesehen, das Werbung aus Podcasts herausschneidet.

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Jörn: Die Episoden werden dabei runtergeladen und ohne Werbung neu ausgespielt und

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Jörn: das kostet dann für die Hörenden Geld, das an dieses Portal fließt und nicht

2:03

Jörn: an diejenigen, deren Episoden dafür genutzt werden.

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Jörn: Es gibt offenbar weder Hinweise darauf, dass die Urheber dem zugestimmt haben,

2:10

Jörn: noch gibt es eine Möglichkeit, dem zu widersprechen. PodNews macht da eine Rechnung

2:15

Jörn: auf, wonach der Podcast-Branche so etwas mehr als 900.000 Dollar entgangen sein

2:19

Jörn: sollen an Werbegeldern.

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Jörn: Viel wichtiger finde ich aber die Urheberrechtsverletzung an dieser Stelle.

2:25

Jörn: Das sieht auch James so, der stellt das auch sehr gut dar.

2:28

Jörn: Ich verlinke mal den Artikel von ihm darüber, der ist wirklich lesenswert.

2:33

Jörn: Wie es scheint, gibt es aber auch einen, wollen wir sagen, legaleren Weg,

2:38

Jörn: nämlich die App Earsay für iOS.

2:40

Jörn: Die lädt die Episoden lokal aufs iPhone, erzeugt dann ein Transkript,

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Jörn: identifiziert darin die Werbung, die wird dann geskippt.

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Jörn: Man bekommt aber die Sponsoren der Episode angezeigt und kann so entscheiden,

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Jörn: ob man die Matratze wirklich kaufen will oder was auch immer.

2:55

Jörn: Das klingt insofern besser, als es einerseits direkt auf dem Gerät passiert

2:58

Jörn: und die eingebaute KI dafür benutzt wird. (Technologia!)

3:03

Jörn: Heißt also, es findet tatsächlich ein Download statt, den man messen und monetarisieren kann.

3:09

Jörn: Denn für Werbeeinnahmen zählt ja häufig nicht, ob ein Spot wirklich gehört wurde.

3:13

Jörn: Es geht nur um die Downloads.

3:15

Jörn: Und die Werbebotschaft bleibt grundsätzlich auch erhalten. Es gibt also auch

3:19

Jörn: kein Problem für provisionsbasierte Werbemodelle.

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Jörn: Hugo ist ein Generator für statische Websites.

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Jörn: Das ist ein bisschen nerdig, wollen wir ehrlich sein. Damit kann man Websites

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Jörn: bauen, die nicht auf eine Datenbank zugreifen müssen und den Seiteninhalt mit

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Jörn: jedem Aufruf neu generieren.

3:34

Jörn: Das macht die Seiten sehr, sehr schnell und auch sehr viel schwieriger angreifbar,

3:39

Jörn: weil man sich eben nicht so leicht reinhacken kann.

3:42

Jörn: Hugo gibt es schon eine ganze Weile und das ist auch nicht ganz unkompliziert in der Bedienung.

3:46

Jörn: Ich habe auch schon von Leuten gehört, die da mit voller Begeisterung beispielsweise Blogs publizieren.

3:51

Jörn: Und jetzt gibt es auch ein Podcast-Modul für Hugo, das eine Menge Podcasting

3:55

Jörn: 2.0-Features einbaut. Ich verlinke mal das Repository dazu.

3:59

Jörn: Der Deutsche Podcast-Preis ist tot. Lang lebe der Deutsche Podcast Award. (Fanfare)

4:06

Jörn: Nachdem nämlich der Deutsche Podcast-Preis im vergangenen Jahr Mangels Sponsoren

4:10

Jörn: eingestellt worden war, soll es in diesem Jahr einen neuen Anlauf mit neuer Orga geben.

4:16

Jörn: Früher war das die Radiozentrale. Das ist so ein Interessenverband von hauptsächlich

4:21

Jörn: privaten Radiosendern.

4:22

Jörn: Und jetzt haben sich eben mehrere Akteure aus der industriellen Podcast-Branche zusammengeschlossen.

4:29

Jörn: Spotify ist dabei, Acast, Amazon Music, Campfire FM,

4:33

Jörn: ARD Sounds, also das was früher ARD Audiothek hieß, der Deutschlandfunk,

4:38

Jörn: Podimo, 7One Audio und RTL Plus haben sich zusammengeschlossen und haben eine

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Jörn: Eventagentur mit der Durchführung beauftragt. Die Verleihung ist für den 13.

4:47

Jörn: Mai im Rundfunksaal des RBB in Berlin geplant und nur für geladene Gäste.

4:51

Jörn: Im Februar soll es nun mehr Infos zu den 22 Kategorien geben,

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Jörn: in denen der Award verliehen wird. Es wird sowohl Jury- als auch Publikumsabstimmungen

5:00

Jörn: geben und der Award funktioniert wie die meisten anderen Medienpreise auch.

5:04

Jörn: Man muss sich per Einreichung selbst darum bewerben.

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Jörn: Das dürfte viele Indie-Produktionen ausschließen, aber warten wir mal die genauen

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Jörn: Einreichungsbedingungen ab.

5:13

Jörn: Und dann ist auch der Vorverkauf für das Podstock 2026 gestartet.

5:18

Jörn: Die Veranstaltung findet statt vom 10. bis 12.

5:22

Jörn: April 2026 auch in diesem Jahr wieder am Jugend- und Freizeitheim am Dümmersee.

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Jörn: Es gibt Tagestickets für 60 Euro und die Standardtickets kosten 190 Euro plus

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Jörn: Unterbringung. Die Unterbringungskategorien variieren von Zelt oder Wohnwagen für 10 bzw.

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Jörn: 20 Euro bis hin zu Betten im Haus in Mehrbettzimmern zwischen 30 und 70 Euro.

5:45

Jörn: Und natürlich kann man auch auswählen, dass man auswärts auf eigene Kosten in

5:48

Jörn: einem Hotel übernachtet.

5:50

Jörn: Dafür gibt es dann drei Tage hervorragendes Programm, sehr, sehr coole Leute

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Jörn: und Vollverpflegung mit Essen und Trinken.

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Jörn: Ach ja, und kostenloses WLAN selbstverständlich auch.

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Jörn: Und das war es auch schon wieder für diesen Monat. Feedback,

6:04

Jörn: Kritik und Themenvorschläge erreichen mich am besten an redaktion@podjournal.de

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Jörn: oder über das Fediverse.

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Jörn: Alle Kontaktmöglichkeiten und die Links zu den Quellen finden sich auf podjournal.de.