Moin und herzlich willkommen zum Podjournal. Ich bin Jörn Schaar,
Journalist und Podcaster aus Rieseby in Schleswig-Holstein und ich kehre hier
einmal im Monat die Nachrichten für die deutschsprachige Indie-Podcast-Szene zusammen.
Das hier ist Episode 48 vom 1. Oktober 2026 und ich wünsche euch allen nachträglich
einen schönen International Podcast Day. Der war nämlich gestern.
Im vergangenen Monat ist eine neue Version von Audacity erschienen.
Version 4 hat ein viel moderneres Design bekommen und es gibt einige lang erwartete Verbesserungen.
Audioclips können sich überlappen und die Produktion ist nicht mehr destruktiv.
Wenn man also zu viel abgeschnitten hat, dann kann man das leichter korrigieren
als früher und das geht jetzt auch über mehrere Spuren hinweg.
Das Demovideo sieht ein bisschen danach aus, als hätten sie sich einfach die
guten Sachen von Ultraschall abgeguckt, aber das ist vielleicht auch einfach
nur mein Ultraschall-Fanboy-Blick.
Man kann bei Audacity jetzt auch Cloud-Speicher kaufen, muss man aber nicht,
um Audacity zu benutzen.
Neu eingebaut sind Funktionen für Rauschunterdrückung und auch für KI-Transkription.
Ich verlinke den Trailer, die Projektseite und auch Ultraschall in den Shownotes.
Dort soll sich jetzt auch mal wieder was bewegen, schrieb das Team kürzlich bei Mastodon.
Patreon hat angekündigt, ein Abo-Modell zu entfernen, bei dem man pro Episode bezahlen konnte.
Das war vor allem für die Podcastenden interessant, die mal mehrere,
mal eine, mal keine Episoden im Monat rausbringen oder auch mal eine längere Pause haben
und die ihre Unterstützenden nicht mit monatlichen Zahlungen belasten wollten,
sondern eben nur für, ganz große Anführungszeichen, wirklich erbrachte Leistungen
bezahlt werden wollten.
Hoaxilla zum Beispiel hat dieses Modell genutzt.
Das gibt es jetzt ab dem 1. November nicht mehr und Podcastende müssen danach
monatlich mit ihren Unterstützenden abrechnen.
Es gibt diesen Monat gleich drei neue Features bei Auphonic.
Zum einen kann man im Ergebnis einer Produktion jetzt nachträglich einstellen,
wie viel Gain, wie viel Verstärkung, eine bestimmte Region haben soll.
Das sieht ein bisschen fummelig aus, funktioniert aber ganz gut.
Außer halt, dass man danach die Produktion noch einmal durchlaufen lassen muss.
Das heißt natürlich, dass man die Produktionszeit noch einmal abwarten muss,
aber es kostet immerhin nichts extra.
Außerdem kann man jetzt Mehrkanaldateien direkt in Auphonic laden.
Wenn das Aufnahmegerät also zum Beispiel immer sechs Tracks anlegt,
egal ob die gebraucht werden oder nicht, dann muss einen das jetzt nicht weiter stören.
Auphonic legt für jeden Kanal einen Track an, übernimmt die Namen,
erkennt Stereopaare und verwirft Tracks, die nur Stille enthalten.
Das dritte Feature habe ich nicht ganz verstanden. Auphonic kann jetzt auch mit N8N genutzt werden.
Das ist offenbar ein Tool, mit dem man Workflows auf einer grafischen Oberfläche automatisieren kann.
Also man könnte zum Beispiel sagen, wenn in Ordner XY,
eine neue Datei auftaucht, dann starte eine Aphonic-Produktion und lege das
Ergebnis auf meinem FTP-Server und den Ordner ABC ab, bevor du mir eine Mail
schickst. Ich habe es ja doch verstanden.
In Bezug auf die Abmahnung gegen fyyd und "Auf Distanz" ist das vielleicht interessant.
Das Landgericht Celle hat geurteilt, dass man sich bei Fotos nicht darauf verlassen
darf, sie nutzen zu dürfen, nur weil einem das jemand sagt.
Man braucht eine rechte Klärung bis zum Fotografen. Im konkreten Fall hatte
ein Berufsfotograf Fotos von Parkettböden für eine Parkettbodenfirma gemacht.
Die hat diese Fotos rechtlich einwandfrei für ihre eigene Werbung benutzt,
hat sie aber auch an ihre eigenen Kunden im Geschäftsbereich für deren Werbung
weitergegeben und das durfte sie eben nicht.
Zumindest lese ich das aus dem Urteil heraus. Für alle, die mehr von Jura verstehen
als ich, habe ich diesen Urteilstext in den Shownotes verlinkt.
Für mich klingt es so, und das ist natürlich keine Rechtsberatung,
dass in der Praxis also in zur Verfügung gestelltem Bildmaterial eindeutig die
Urheberschaft und auch die Lizenz gekennzeichnet sein muss, weil man eben sonst
seine Abmahnung riskiert.
Pods Blitz hat Version 0.9 rausgebracht. Das soll eine Open-Source-Software
werden, die beliebig viele Podcasts verwalten kann.
Es gibt Statistiken, man kann die Veröffentlichung neuer Episoden planen,
es gibt Transkriptionen und auch Kapitelmarken und Pods Blitz nutzt den Podlove Webplayer.
Das ist leider wieder keine statische Seite, sondern ein spezialisiertes Content-Management-System
so ähnlich wie Castopod, aber ich sehe da einiges Potenzial aus dem wenigen,
was ich bisher sehen kann.
Umso mehr finde ich es schade, dass die einzige Reaktion unter dem Ankündigungsposting
bei Mastodon Werbung für einen anderen Dienst im Zusammenhang mit Podcasting ist.
Sascha vom Lautfunk-Podcast hat zwei Plugins für Reaper gebaut,
mit denen kann man zum Beispiel digitale Glitches im Audio erzeugen oder die Stimme verfremden.
Das klingt total spannend für Hörspielproduktionen oder Fiction-Podcasts.
Die Informationen dazu in den Shownotes.
Denise Fernholz hat in ihrem Newsletter Beifahrersitz spannende Zahlen von Podius kuratiert.
Danach gibt es 127.000 deutschsprachige Podcasts und davon ist rund ein Viertel
insofern aktiv, als da regelmäßig was veröffentlicht wird.
Ein paar sehr spannende Zahlen gibt es noch zu den Zielgruppen,
Themengebieten und Nutzungsbedürfnissen.
Ich verlinke die Newsletter-Ausgabe in den Shownotes auf podjournal.de.
Podcast Addict hat neue Features ausgerollt. Premium-Nutzende bekommen jetzt
geräteübergreifende Synchronisation.
Das ist alles noch in der Testphase. Klar ist aber, dass damit dann auf Seiten
von Podcast Addict mehr Serverkapazität gebraucht wird und deswegen wird das
Abo um 50 US-Cent teurer.
Für alle ohne Premium-Abo gibt es jetzt neue Hörstatistiken,
einen besseren Onboarding-Prozess und eine automatisch generierte Vorschau,
wann neue Episoden erscheinen.
Das basiert aus dem aus dem Podcast-Feed abgeleiteten Erscheinungsrhythmus und
sollte eher als Empfehlung betrachtet werden, schreiben die EntwicklerInnen in ihren Release Notes.
Auch Pocket Casts hat was für das Premium-Publikum, nämlich smarte Bookmarks.
Die Lesezeichen-Funktion gibt es in der App schon länger. Sie speichert aber
bisher nur einen Zeitstempel. Und die reine Zahl "13 Minuten 37 Sekunden" alleine
hilft einem ja schon nach wenigen Minuten nicht mehr weiter.
Diese neue Funktion benutzt jetzt das Transkript einer Episode und erstellt
eine kurze Zusammenfassung dessen, was an dieser Stelle gesagt wurde,
damit man sich auch ein paar Wochen später noch daran erinnert,
weswegen man da auf Bookmark gedrückt hat.
Das andere neue Feature erlaubt es, neue Episoden eines Podcast-Netzwerks zu entdecken.
Diese werden von Hand dem Pocket Casts-Verzeichnis hinzugefügt und dann kann
man zum Beispiel alle Podcast der Zeit oder von Deutschlandfunk auf einen Streich hören.
Also nicht, dass ich jetzt überprüft hätte, dass es diese beiden Netzwerke in
Pocket Casts auch wirklich gibt, aber der Gedanke wird hoffentlich klar.
Apple hat mit iOS 27.2 ein paar Änderungen an Apple Podcasts im Petto,
die sind eher kosmetisch und sollen dem Publikum dabei helfen,
angefangenen Episoden leichter weiterhören zu können, berichtet PodNews.
Threads hat neue Features für Podcasts ausgerollt und damit kann man jetzt offenbar
einfach Links zu Episoden in Threads kopieren und dann wird da gleich ein Player
angezeigt. Außerdem kann man auch seinem eigenen Profil den RSS-Feed seines
Podcasts hinzufügen und dann auch Videoclips daraus posten.
Die Podfluencer haben ihr Programm für das gleichnamige Festival fertig.
Neben 13 Live-Podcast-Sessions gibt es auch verschiedene Workshops,
unter anderem Coaching-Angebote. Es geht um Audio-Bearbeitung mit Auphonic und
wie man seinen Podcast zur Marke macht.
Das Podfluencer-Festival beginnt mit einem Netzwerkevent am 23.
Oktober und die Hauptveranstaltung ist dann am 24.10. in München.
Tickets gibt's auch noch, den Link findest du in den Shownotes.
Und auch die "So Many Voices" hat inzwischen ein Programm fertig.
Am 20. und 21. November geht es in München unter anderem um Sounddesign,
Erfahrungen von Produzierenden und darum, wie man sensibel von Gewalt erzählt.
Auch hier gibt es noch Tickets, sowohl für eine Vor-Ort-Teilnahme als auch,
und das ist in diesem Jahr neu, für den Online-Zugang.
Das Wissens-Podcaster-Innen-Treffen Ganzohr ist vorbei und es muss richtig gut
gewesen sein, sowohl inhaltlich als auch von der Stimmung her.
Ich habe jedenfalls nur begeisterte Posts beim Mastodon gesehen.
Das freut mich sehr und Grüße gehen raus.
Das war's für diesen Monat. Feedback, Kritik und Themenvorschläge erreichen
mich am zuverlässigsten per Mail an redaktion@podjournal.de.
Ich bin aber auch im Fediverse erreichbar. Alle Kontaktmöglichkeiten und die
Shownotes gibt's auf podjournal.de.