045: Wässrige Sparfolge
S01:E45

045: Wässrige Sparfolge

Episode description

Die Episode erscheint später, als geplant und ist auch nicht so umfangreich, wie ich es gerne hätte. Der Grund ist ein Wasserschaden in meinem Podcast-Studio/Homeoffice, der mich kurz vor der Produktion einige Zeit und Löffel gekostet hat. Und dann gibt es auch noch fast ausschließlich schlechte Neuigkeiten! fyyd macht dicht, Podigee erhöht die Preise und podcasts.social kommt finanziell ins Schleudern. Aber ein paar gute Sachen gibt es in diesem Monat auch noch, versprochen.

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0:09

Track 1: Moin und herzlich willkommen zum Podjournal. Ich bin Jörn Schaar,

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Track 1: Journalist und Podcaster aus Rieseby in Schleswig-Holstein und ich kehre hier

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Track 1: einmal im Monat die Nachrichten für die deutschsprachige Indie-Podcast-Szene zusammen.

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Track 1: Das hier ist Episode 45 vom 2. Juli 2026,

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Track 1: und mein Studio ist nach einem Starkregenereignis gerade nicht wirklich benutzbar,

0:30

Track 1: deswegen erscheint diese Episode später als geplant und sie ist auch nicht so

0:33

Track 1: umfangreich, wie ich das eigentlich gerne hätte. Danke, Klimawandel!

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Track 1: Im Sendegate wird gerade über eine Änderung beim Preismodell von Podigee diskutiert.

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Track 1: In einer E-Mail, die mir auch vorliegt, werden Kunden darauf aufmerksam gemacht,

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Track 1: dass es neue Hosting-Pakete gibt und dass alle Kunden automatisch am 3.

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Track 1: August auf diese Pakete umgestellt werden.

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Track 1: Problem: Die sind teurer als bisher und einige davon sind auf eine bestimmte

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Track 1: Zahl von Downloads begrenzt.

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Track 1: Das neue Startpaket kostet nun 19 Euro pro Monat oder 210 Euro pro Jahr und

1:04

Track 1: es enthält einen Podcast, unbegrenzt langes Audio, 30 Minuten Video und 100

1:10

Track 1: AI-Credits pro Monat sowie 90 Tage Analytics.

1:14

Track 1: Und das Paket gilt nur, wenn man innerhalb von 30 Tagen maximal 6.250 Hörende hat.

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Track 1: Das wird im Sendegate gerade heftig kritisiert, weil KI-Funktionen und Videoepisoden

1:26

Track 1: von den Diskutierenden halt einfach nicht gewünscht sind. Man kann sie aber auch nicht abwählen.

1:30

Track 1: Die Limitierung auf eine bestimmte Anzahl von Hörenden wird vermutlich dazu

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Track 1: führen, dass man in das nächsthöhere Paket wechseln muss, das dann auch wieder

1:38

Track 1: entsprechend teurer ist.

1:40

Track 1: Ich habe gerade wegen der Überflutung meines Podcast-Studios,

1:42

Track 1: das auch mein Homeoffice ist, nicht die Löffel für eine tiefgreifende Recherche.

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Track 1: Deswegen nur ein Tipp aus Verbraucherschutz-Sicht:

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Track 1: Wem das alles zu blöd ist, der hat mit dieser Ankündigungs-Mail ein Sonderkündigungsrecht.

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Track 1: Man kann also auch aus einem Jahresvertrag wegen dieser Preiserhöhung aussteigen.

1:58

Track 1: Es gibt natürlich auch noch andere deutsche Hosting-Dienste,

2:01

Track 1: die vielleicht ein passenderes Feature-Set haben und die auch DSGVO-konform arbeiten.

2:06

Track 1: Dass Podigee irgendwann die Preise anziehen würde, war bei dem schnellen Aufwuchs eigentlich klar.

2:12

Track 1: Ich habe hier schon über einige Sachen gesprochen. Zum Beispiel,

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Track 1: dass Podigee einer von vier Hostern weltweit ist, der das Videopodcasting für

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Track 1: Spotify anbieten kann und wohl der einzige, der das auch noch mit Apple Podcasts

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Track 1: und YouTube kombiniert.

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Track 1: Das heißt aber auch, dass viele Hobby-Podcastende dabei einfach hinten runterfallen

2:30

Track 1: müssen, weil diese ganzen Features eben Geld kosten, das nur durch große Kunden

2:33

Track 1: wieder eingespielt werden kann.

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Track 1: Schade ist das auf jeden Fall, gerade weil Podigee sich auch nach wie vor in

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Track 1: der Open-Source-Szene engagiert und zum Beispiel bei Podlove mithilft.

2:42

Track 1: Aber am Ende, und ich sage das ganz ohne Häme oder sowas, ist das der Preis,

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Track 1: den man eben auch für einen Hosting-Dienstleister bezahlt.

2:50

Track 1: Man hat zwar keinen Stress damit, seinen Kram selber zu hosten,

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Track 1: das wird technisch alles vom Dienstleister übernommen, aber man ist dann eben

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Track 1: auch der Spielball von Geschäftsentscheidungen.

3:00

Track 1: Wer übrigens seine Produktion selber hostet und dafür WordPress und Podlove

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Track 1: benutzt, der bekommt jetzt vom Podlove-Team ein paar Tipps dafür,

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Track 1: wie man seinen Server gegen Angriffe abhärten kann.

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Track 1: Einige setzen erweiterte Kenntnisse voraus, da geht es um die Ausführbarkeit

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Track 1: von PHP-Dateien in bestimmten Verzeichnissen, andere würde ich als selbstverständlich bezeichnen.

3:20

Track 1: Ich verlinke das Dokument in den Shownotes auf podjournal.de.

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Track 1: Und ganz passend dazu: offenbar geht eine weitere Welle von Brute-Force-Angriffen

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Track 1: auf WordPress-Installationen um.

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Track 1: Ich sehe jedenfalls ziemlich viele gezielte Angriffe auf einige meiner Installationen,

3:36

Track 1: längst nicht alle, aber einige.

3:38

Track 1: Früher wurde oft Admin als Nutzername probiert.

3:41

Track 1: Inzwischen haben auch diese Angriffsscripts verstanden, dass dieser Nutzername

3:46

Track 1: nicht mehr möglich ist bei WordPress.

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Track 1: Und deswegen versuchen sie es jetzt mit den Klarnamen von Beteiligten.

3:53

Track 1: Meine ganz dringende Empfehlung, und das setze ich tatsächlich schon seit Anfang

3:56

Track 1: an um: der Nutzername muss ungleich des öffentlichen Namens sein.

4:02

Track 1: Also wenn jemand im Podcast in den WordPress-Autoreinstellungen beispielsweise,

4:08

Track 1: Claudia heißt, dann darf der Nutzername, den man bei WordPress braucht,

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Track 1: um sich einzuloggen, nicht auch Claudia sein, sondern Beate oder Strandkorbliebe99 oder sowas.

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Track 1: Das ist ja vollkommen egal, Hauptsache es unterschiedlich von dem Namen,

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Track 1: der öffentlich angezeigt wird.

4:25

Track 1: Starke Passwörter sind Pflicht und natürlich auch Zwei-Faktor-Authentifizierung.

4:32

Track 1: Eine sehr traurige Nachricht gibt es von fyyd. Das sehr großartige Podcast-Verzeichnis

4:36

Track 1: wird über kurz oder lang geschlossen.

4:38

Track 1: Grund ist eine Abmahnung, die Eazy von der DPA bekommen hat.

4:42

Track 1: Konkret geht es um die Verwendung eines NDR-Podcast-Logos.

4:45

Track 1: Ich vermute, dass der NDR das Bild von der DPA lizenziert hat und diese nun

4:50

Track 1: denkt, dass auch Verzeichnisse wie FÜT eine solche Nutzungslizenz brauchen,

4:55

Track 1: um das Bild anzeigen zu dürfen.

4:57

Track 1: Eazy schreibt selbst bei Mastodon, dass er nicht glaubt, dass das vor Gericht Bestand hätte.

5:02

Track 1: Aber er hat gesundheitlich gerade genug Probleme und will sich in diesem Stress

5:05

Track 1: nicht auch noch ans Bein binden, zumal trotz allem mit sowas ein nicht unerhebliches

5:09

Track 1: finanzielles Risiko verbunden ist.

5:11

Track 1: Ich habe es schon bei Mastodon geschrieben, ich sage es hier nochmal,

5:14

Track 1: vielen Dank für die ganze Arbeit an fyyd und sehr richtig, die eigene Gesundheit

5:18

Track 1: nach vorne zu stellen. Alles Gute.

5:21

Track 1: Heißt natürlich auch, dass ich bei mir in den Blogs alle Verlinkungen auf fyyd

5:24

Track 1: über kurz oder lang ändern muss.

5:27

Track 1: Danke, dpa. Das ist, warum wir keine schönen Sachen im Internet haben können.

5:31

Track 1: Geht immer nur ums Geld. Arschgeigen.

5:34

Track 1: Die andere schlechte Nachricht für diesen Monat kommt von Podcasts.social.

5:37

Track 1: Das ist die Mastodon-Heimat für sehr viele Podcasts aus dem deutschsprachigen Raum.

5:41

Track 1: Und auch hier droht das aus. Bisher wurden die Kosten von einem Mäzen getragen,

5:46

Track 1: der die Zahlungen jetzt kurzfristig und unangekündigt eingestellt hat.

5:49

Track 1: Der Betreiber, Markus Richter, kann das finanziell nicht komplett allein stemmen

5:53

Track 1: und bittet nun um Unterstützung.

5:55

Track 1: Also hier mal ein Ausschnitt aus der Rechtsbelehrung Folge "Orbiter Dictum 19", wo er das erklärt.

6:01

Track 2: Ich bin auch sozusagen am entscheiden, wie das geht. Also will ich das vielleicht

6:05

Track 2: doch offiziell sagen, hier ist diese Instanz, ich tue es für die Allgemeinheit,

6:09

Track 2: aber ich will es eigentlich ungern alleine bezahlen, gib mir Geld.

6:11

Track 2: Aber das Ding ist, wie wir in der Rechtsbelehrung schon viel gelernt haben,

6:14

Track 2: sobald Geld fließt, schwierig.

6:17

Track 2: Dann gibt es so Dinge, dann kann man Unternehmertum und so weiter und so fort.

6:20

Track 2: Deswegen ist an dieser Stelle ausnahmsweise das nicht Werbung für die Mastodon-Instanz

6:26

Track 2: Podcast Social, sondern Werbung für Markus Richter.

6:29

Track 2: Weil was ich mir überlegt habe, ist, ich kann diese Instanz sozusagen sehr gut

6:34

Track 2: betreiben, solange es mir, Markus Richter, wirtschaftlich gut geht.

6:37

Track 2: Wann geht es mir, Markus Richter, wirtschaftlich gut?

6:40

Track 2: Wenn zum Beispiel Leute meine Podcasts hören und dafür vielleicht ein paar Spenden

6:43

Track 2: einwerfen oder ich bin freier Journalist und Bühnenmoderator,

6:47

Track 2: wenn ihr mich für eure Tagung, was auch immer, bucht, dann ist der Betrieb dieser Instanz kein Problem.

6:54

Track 2: So, das ist der Stand heute. Ich werde mich mit fachkundiger rechtlicher Begleitung

6:59

Track 2: vielleicht nochmal mit dem Thema genauer beschäftigen.

7:02

Track 2: Aber das wollte ich euch wissen lassen. Und ich glaube, wir haben,

7:05

Track 2: wenn man so in die Podcast-Landschaft schaut, im Durchschnitt mehr Prozent Mastodon-HörerInnen

7:10

Track 2: als viele andere Podcasts.

7:11

Track 1: Der Link zur Episode und zu den Unterstützungsmöglichkeiten von Podcasts.Social

7:15

Track 1: bzw. von Markus steht in den Shownotes auf podjournal.de.

7:21

Track 1: Der Indie-Podcast-Day steht vor der Tür. Am 4. Juli können wir unsere Geschichten

7:26

Track 1: auf Social Media teilen. Wie sind wir zum Podcasting gekommen?

7:29

Track 1: Welche Hürden, welche Tiefs haben wir da überwunden?

7:31

Track 1: Teilen wir das doch mit der ganzen Welt unter dem Hashtag IndiePodDay.

7:36

Track 1: Ich finde es ganz schön, was Organisator Liam dazu im Newsletter schreibt:

7:40

Track 1: Eine Indie-Podcasterin zu sein, hat ganz wenig Glamour. Die meiste Zeit ist

7:44

Track 1: es dreckige, undankbare Arbeit hinter den Kulissen, die man so gut erledigt,

7:47

Track 1: dass es niemand wahrnimmt. Das ist das Paradox an einer guten Show.

7:51

Track 1: Sie wirkt einfach und locker. Indie-Podcasts vergrößern das um den Faktor 100.

7:55

Track 1: Die Tiefs sind tiefer und die Herausforderungen sind manchmal kaum zu stemmen.

7:59

Track 1: Aber es fühlt sich super an, wenn es funktioniert.

8:02

Track 1: Also nehmen wir doch einfach diesen ganzen Mist, der gerade im vergangenen Monat

8:06

Track 1: kam. Studio mit Wasserschaden, Preiserhöhung bei Podigee, Abmahnung für fyyd,

8:10

Track 1: Geldnot bei Podcast Social und lassen das mal für einen Tag hinter uns.

8:15

Track 1: Erzählen wir einerseits davon, was schwierig ist am Hobby-Podcasting,

8:19

Track 1: aber vergessen wir dabei auch nicht die schönen Momente und Geschichten,

8:22

Track 1: die uns den Spaß am Hobby erhalten.

8:24

Track 1: Ich nehme mir jedenfalls fest vor, das zu machen und ich wünsche euch,

8:28

Track 1: dass ihr das auch könnt. Und nächsten Monat gibt es dann wieder mehr Recherche fürs Podjournal.

8:32

Track 1: Feedback, Anregungen und Kritik erreichen mich am zuverlässigsten unter redaktion@podjournal.de.

8:38

Track 1: Alle Links zu den Themen dieser Episode und auch die Kontaktmöglichkeiten findet ihr auf podjournal.de.