Jörn: Moin und herzlich willkommen zum Podjournal. Ich bin Jörn Schaar,
Jörn: Journalist und Podcaster aus Rieseby in Schleswig-Holstein und ich kehre hier
Jörn: einmal im Monat die Nachrichten für die deutschsprachige Indie-Podcast-Szene zusammen.
Jörn: Das hier ist Episode 39 vom 1. Januar 2026. Frohes neues Jahr!
Jörn: Die automatisch generierten Kapitelmarken von Apple Podcasts sind angekommen
Jörn: und Apple feiert das in einer Mail als den größten Wurf seit der Erfindung des Döners.
Jörn: Wie gut Kapitelmarken sind, wissen wir spätestens, seitdem Overcast-Entwickler
Jörn: Marco Arment auf Druck der deutschen Community Kapitelmarkensupport in seine
Jörn: App geschrieben hat und in die Release Notes schrieb: "Don't doubt the Germans." Das war 2015.
Jörn: Schön, dass Apple jetzt auch auf diesem Wissensstand angekommen ist.
Jörn: Das Gute ist, dass ich mit meiner Einschätzung von vor vier Wochen einigermaßen falsch lag.
Jörn: Nicht die Kapitelmarken im JSON-Format sind relevant, wenn man eigene Kapitelmarken
Jörn: bereitstellen möchte, sondern das Tag "Podcast Chapters" im Feed.
Jörn: Das wird von einigen Hostern sowieso schon reingeschrieben und seit der Plugin-Version
Jörn: 4.3.1 nun auch vom Podlove Publisher.
Jörn: Also da ist kein Stress erforderlich, um eigene Kapitelmarken bereitzustellen.
Jörn: Apple wäre aber nicht Apple, wenn es nicht eine rigide Anweisung für
Jörn: "gute" Kapitelmarken mitgeben würde. Ich lasse zitieren:
AI-Stimme: Füge mindestens drei Kapitel hinzu. Beschränke dich auf maximal sechs Kapitel pro Stunde.
AI-Stimme: Stelle Kapitel bereit, wenn deine Folge länger als zehn Minuten ist.
AI-Stimme: Deine Kapitel sollten nicht kürzer als zwei Minuten sein. Beschränke dich bei
AI-Stimme: Kapitelüberschriften auf maximal 45 Zeichen und weniger als 5 Wörter.
AI-Stimme: Vermeide es, Wörter in den Kapiteln zu wiederholen. Verwende Groß- und Kleinschreibung
AI-Stimme: für Kapitelüberschriften.
AI-Stimme: Schreibe die Zahlen eins bis neun aus und verwende Ziffern für Zahlen größer als 10.
AI-Stimme: Schreibe Ordinalzahlen bis 10 aus. Verwende dann Zahlen, zum Beispiel erstens, zweitens, drittens, 11., 12., 13.
Jörn: Das verlinke ich alles mal in den Shownotes dieser Episode. Da findet sich dann
Jörn: auch der Hinweis, wie man aus automatisch generierten Kapitelmarken Opt-out machen kann.
AI-Stimme: Ich bin nicht echt.
Jörn: Ja, ist ja gut jetzt.
Jörn: Auphonic macht den Denoiser krasser, denn jetzt kann man einstellen,
Jörn: wo der nicht eingesetzt werden soll. Es gibt einen Editor dafür.
Jörn: Und wenn also ein Hintergrundgeräusch zufällig entsteht und man im Podcast darauf
Jörn: Bezug nimmt und es gerade so witzig ist oder es eigentlich doch dazugehört,
Jörn: keine Ahnung, ein Rülpser im Haialarm-Podcast zum Beispiel oder das Öffnen
Jörn: einer Bierflasche, dann würde der Denioser das eigentlich entfernen.
Jörn: Es sei denn, man nutzt den Editor und sagt: "Hier bitte nicht."
Jörn: Das ist ein bisschen frickelig zu machen, wollen wir ehrlich sein.
Jörn: Man muss erstmal die Produktion durchlaufen lassen.
Jörn: Dann gibt es diese Anzeige mit der fertigen Produktion.
Jörn: Und da kann man dann reinzoomen und mit vier bis sieben Mausklicks einen Bereich
Jörn: definieren, für den man den Denoiser ganz abschalten oder einen anderen Denoiser,
Jörn: einen anderen Filter anwenden kann.
Jörn: Danach muss man die Produktion dann nochmal laufen lassen und das ist kostenlos.
Jörn: So wie immer bei Auphonic, wenn sich die Quelldateien nicht verändern,
Jörn: es dauert natürlich dann nochmal genauso lange, bis man damit fertig ist.
Jörn: Heißt für mich, für meinen eigenen Workflow: Einfacher ist es,
Jörn: solche Geräusche dann auf eine extra Spur zu ziehen, auf die man Denoise überhaupt
Jörn: gar nicht erst anwendet.
Jörn: Also ich schneide dann in meiner Produktion beispielsweise den Rülpser raus,
Jörn: ziehe den runter auf eine Spur, die "Geräusche Benni" oder "Geräusche Jörn" heißt
Jörn: und da landen eben auch alle anderen Sachen, wie öffnen von Getränkeflaschen oder sowas,
Jörn: was halt einfach in den Podcast reingehört, aber so im Hintergrund stattfindet
Jörn: und rausgeschnitten würde. Ich mache halt eine Multitrack-Produktion und
Jörn: kann dann sagen: "diese Geräusche, Spuren, die ich hier habe,"
Jörn: "darauf wird kein Denoise angewendet."
Jörn: Das geht natürlich nur, wenn man für Auphonic bezahlt.
Jörn: Multitrack ist ein Feature, das dort ab 20 Minuten, glaube ich, kostenpflichtig ist.
Jörn: Dann gibt es eine neue AntennaPod-Version. Damit kann man jetzt Podcasts,
Jörn: die man nicht mehr weiterhören will, archivieren.
Jörn: So bleiben sie im Hintergrund erhalten und stehen weiterhin in der Hörstatistik,
Jörn: die, um ehrlich zu sein, noch ein bisschen besser versteckt worden ist.
Jörn: Außerdem werden jetzt Transkripte unterstützt und AntennaPod bietet die Option,
Jörn: direkt aus dem Transkript zu kopieren, um beispielsweise ein richtig gutes Zitat zu teilen.
Jörn: Hier wäre zum Beispiel eins, das man sehr gut teilen kann.
Jörn: Jahreszeitbedingt gibt es in der App auch wieder den personalisierten und lokal
Jörn: auf dem Gerät erzeugten Jahresrückblick Echo, der anzeigt, wie lange man in
Jörn: diesem Jahr Episoden angehört hat und welche fünf Podcasts am häufigsten in der Wiedergabe waren.
Jörn: Ich habe beim Blick in die generelle Statistik gelernt, dass ich im Vergleich
Jörn: zu 2024 100 Stunden mehr Podcasts gehört habe.
Jörn: Kein Wunder, dass die App mich als "Podcast-Junkie" einsortiert.
Jörn: Stichwort "Jahresende": Wir haben alle den Hindenburg-Adventskalender verpasst.
Jörn: Im Dezember gab es dort jeden Tag ein kleines Leckerchen für Audio-Storyteller.
Jörn: Das ist zum Glück alles noch online und ich verlinke das in den Shownotes.
Jörn: Nutzende von Ultraschall kennen die Funktion des "Ripple Insert Recordings" schon
Jörn: etwas länger. Jetzt kommt sie auch zu Audacity.
Jörn: In Version 4 kann man also nachträglich noch etwas aufnehmen und das eben auch
Jörn: in der Mitte der alten Aufnahme.
Jörn: Und das, was schon aufgenommen war, wird dabei einfach nach hinten verschoben.
Jörn: Das erklärt der Chefentwickler in einem sehr unterhaltsamen YouTube Short und
Jörn: das findest du als Link in den Shownotes auf podjournal.de.
Jörn: Im Newsletter von Andreas Wollschläger habe ich gelesen, dass sich Podcasts
Jörn: im kommenden Jahr vielleicht nochmal verändern könnten.
Jörn: 2026 sei "das Jahr des Liquid Content", zitiert Andreas den Geschäftsführer von
Jörn: Amplify Media, Steve Goldstein.
Jörn: Podcasts würden nicht mehr als fixes Format verstanden, sondern als flexible
Jörn: Erzählform auf unterschiedlichen Ausspielwegen, also Audio, Video,
Jörn: Social Clips, Live Events oder auch Newsletter, you name it.
Jörn: Andreas meint, das sei ein Paradigmenwechsel hin zu einem besseren Verständnis
Jörn: des Nutzerverhaltens, soll also heißen, die Inhalte sollen dort auftauchen,
Jörn: wo die Menschen sie gerade brauchen.
Jörn: Ich persönlich brauche meine abonnierten Podcasts ausschließlich im Kopfhörer
Jörn: oder im Lautsprecher meines Autos, aber da dürfen alle anders sein.
Jörn: Und um es jetzt noch ganz polemisch abzuschließen: Meine Inhalte zu verflüssigen
Jörn: ("Liquid Content") würde vielleicht dazu führen, dass sie verwässern.
Jörn: Haben wir da schon mal drüber nachgedacht?
Jörn: PodNews hat in diesem Monat einen interessanten Artikel zur AI-Nutzung im Podcasting.
Jörn: Das ist nämlich ein juristisches Minenfeld. Zum Beispiel könne man ein AI-generiertes
Jörn: Podcast-Logo sich nicht schützen lassen.
Jörn: Und zu guter Letzt habe ich noch einen Hörtipp: Carina und Sandro Schröder waren
Jörn: bei der "So Many Voices" in München und haben ein sehr liebevoll produziertes
Jörn: Review dazu veröffentlicht.
Jörn: Die Episode ist voller Geräusche, voller kurzer Interviews und eigener Eindrücke
Jörn: und es macht richtig Spaß beim Hören. Man fühlt sich sofort,
Jörn: als wäre man selber dagewesen.
Jörn: Das war's für diesen Monat. Alle Links zu dieser Episode finden sich in den
Jörn: Shownotes auf podjournal.de und da sind auch alle Kontaktmöglichkeiten zu mir aufgelistet.
Jörn: Themenvorschläge, Kritik und sonstiges Feedback erreicht mich am zuverlässigsten
Jörn: per Mail an redaktion@podjournal.de oder direkt über das Fediverse.
Jörn: Und auf E-Mails antworte ich meistens innerhalb von vier Wochen.
Jörn: Schöne Grüße nach München.